If The Kids Are United

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mOi!n Leute. Nach viel zu langer Zeit möchte ich mal wieder etwas loswerden. Vielmehr möchte ich euch einen Aufruf ans Herz legen - und zwar den Aufruf von USP zum Marsch nach dem Paderborn-Spiel. Ich werde auch nicht viel dazu schreiben, denn es ist alles notwendige bereits im Aufruf dargelegt und erklärt.

Ich setze voraus, dass alle die jetzt weiterlesen den oben verlinkten Text gelesen haben. Mir ist wichtig, dass wir verstehen, dass es uns alle angeht, die wir den Verein, das Viertel und unsere Freiräume schätzen und lieben. Selbst wenn ihr eine Solidarität mit Stadionverbotlern nicht versteht, geht es hier um weit mehr.

Ich gehörte nach dem Spiel gegen Braunschweig zu den Leuten, die bei einem Bier vorm Jolly sich auf einmal einer Polizeikette auf dem Gehweg und über die Budapester Straße gegenüber sahen - ohne einen für uns ersichtlichen Grund. Die Stimmung dort war bis dahin mehr als gemütlich. Eine kurze Nachfrage bei einem der Menschen in Vollschutz (aber noch mit Helm am Gürtel) ob wir erfahren dürften, was das ganz solle, ergab die Antwort, dass da vorne (also Richtung Südkurven-Vorplatz) einige marschieren wollten. Mein Gedanke: „Ja und?“ Aber ein weiterer Austausch war nicht möglich, da die Kette sich auf einmal im Sprint in Richtung Paulinenstraße entfernte. Wir widmeten uns mit Kopfschütteln wieder unserem Bier. Von dem, was sonst noch im Viertel passierte, habe ich bis auf einen vor dem Jolly vollkommen unnötigen und dort nicht zum Einsatz kommenden Wasserwerfer nichts mitbekommen - es ist aber unter anderem bei den Menschen vom Magischen FC Blog nachzulesen.

Jetzt ist es an jedem von uns zu entscheiden, wie sich der Abend nach einem Heimspiel im eigenen Viertel abspielen soll und ob das Handeln der Polizei wegen eines über Jahre friedlich verlaufenden Marsches verhältnismäßig und akzeptabel ist. Wohlgemerkt ein Marsch, auf den sich die zwölfjährige Tochter eines Freundes immer freut, wenn sie ihn am Rand auf dem Gehweg durchs Viertel begleiten darf. Muss ja wahnsinnig gefährlich sein.

Also mal unabhängig vom eigentlichen Hintergrund des Marsches sollten wir die bis vor kurzem von allen Seiten akzeptierten Freiräume nach einem Heimspiel und im Viertel nicht einfach aufgeben - egal ob Ultra, Altpunk, Skinhead, Kutte oder fußballinteressierter Mensch. Die Zeit nach einem Heimspiel ist oftmals noch viel schöner und intensiver als der Stadionbesuch selbst - egal ob Marsch, Jolly, Fanräume oder am Wappen. Die möchte ich mit Menschen verbringen, die ich mag. An Orten, die ich liebe. Ohne Überwachung, Räumpanzer, Wasserwerfer und Reiterstaffel!

If the kids are united, they will never be divided!

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