Luft nach oben

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Moin Leute. Zweites Heimspiel hinter uns gebracht. Den ersten Sieg gesehen. Alles in allem kein schlechter Samstag. Zumindest das Endergebnis stimmte mal wieder. Aber es gab auch so ein paar Dinge, bei denen noch Luft nach oben ist. Ja ja, ich weiß. Immer dieses Rumgemeckere. Liegt vielleicht an meinem Platz beim gestrigen Spiel. Nämlich da, wo in etwa früher die Meckerecke war. Aber eins nach dem Anderen.

Zunächst mal die Erkenntnis, dass es nicht mehr ganz so schlimm, wenn wir es – wie eigentlich immer – erst kurz vor Anpfiff ins Stadion schaffen. Auf den ersten Stufen der neuen Gegengeraden kann man nämlich noch etwas sehen. Zumindest vom Spielfeld.

Weil wir aber ganz nach links orientiert haben, gab es auch etwas, das ich leider nicht sehen konnte. Nämlich die Choreos von USP. Klar waren die Blockfahnen zu sehen. Klar waren die großen Schriftzüge vor den Sitzplätzen in der Süd zu sehen. Aber alles andere war dann schon schwieriger. Aber auch von meinem Platz aus war das unheimlich beeindruckend. Und ja, „wer es nicht fühlt, kann es nicht verstehen." Wahnsinn, wie viel Zeit und Arbeit in den Choreos steckte. Danke USP.

Wohin ich aber wieder freie Sicht hatte, war die Platzmitte. Und dann kam, was zu erwarten war. Unser Kapitän hatte einen Zettel in der Hand. Und mal abgesehen vom ‚Moin' zum Anfang und dem ‚Forza' zum Ende klang das alles sehr nach DFB Vorgabe. Das war mir dann doch etwas zu ‚established' für diesen Verein. Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass die Vereine durchaus Freiheit in der Art und Weise der Verbreitung dieser Ansprache zu haben. Ich hätte mir etwas in der Art „Beim FC St. Pauli müssen wir über Rassismus und Sexismus nicht reden. Wir wissen, dass das genauso Mist ist, wie sinnlose Gewalt, und machen uns dagegen gerade. Mehr steht eigentlich auch nicht auf diesem Zettel. Also – weiter so. Forza." Vorstellen können. Das wäre zumindest mal etwas mehr ‚non established'.

Und das Spiel? Naja, das ist eben eines der Dinge, die noch Luft nach oben haben. Es läuft noch nicht alles zusammen. Aber es ist eine neue Mannschaft mit einem neuen System. Manchmal wünschte ich mir nur etwas mehr einfache Spielzüge und nicht noch gefühlte 21 Querpässe am gegnerischen Sechzehner. Und manchmal darf es auch bisschen Kampfgeist sein, Jungs. Abr unterm Strich bleiben zwei Tore und drei Punkte. Also alles gut.

Support – fand ich gut. Scheint aber eher punktuell in unserem Bereich so gewesen zu sein. Ein Kumpel, der in der Nord war, sagte hinterher, dass er die Gegengerade noch nie so ruhig erlebt hat. Ob es jetzt daran liegt, dass sich Bezugsgruppen noch finden müssen oder das alles noch neu ist, oder dass noch kein Dach drauf ist, weiß ich nicht. Es ist nur einfach schade. Wenn das Ding mal fertig ist, gibt's mehr als 10.000 Stehplätze. Das muss dann aber auch zu hören sein. Da gibt's so viel Potential für ‚The Hell of St. Pauli'. Hoffentlich findet sich das noch. Und man darf einen Gesang auch gern mehr als zweimal wiederholen. Ich fühl mich sonst immer so alleine beim dritten Durchgang.

Nach dem Spiel gab's dann zum zweiten Mal den Diffidati-Marsch durchs Viertel zum Fanladen, diesmal etwas länger als das letzte Mal und ich glaube mit mehr Teilnehmern. Gut so!

Diffidati con noi!

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